Johann Wolfgang Goethe

Faust

Der Tragödie Erster Teil

Licht- und Schatten-Schauspiel

 

präsentiert vom

theater der dämmerung

Szenenfolge:

Vorspiel auf dem Theater
Prolog im Himmel
Nacht (Habe nun ach Philosophie...)
Osterspaziergang
Studierzimmer
Schülerszene
Auerbachs Keller

Hexenküche
Strasse
Gretchens Zimmer
Nachbarin Marthes Haus
Garten
Wald und Höhle
Gretchens Stube

Valentin
Dom
Walpurgisnacht
Trüber Tag
Kerker

Die kursiv gedruckten Szenen
werden in gekürzten
Fassungen übersprungen.

Spieldauer:
2 Stunden + Pause
Kürzungen ab 60Minuten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es sind sehr weitreichende und schwer zu beantwortende "letzte" Fragen um Liebe, Wahrheit, Willensfreiheit, Verantwortung, Gut und Böse, die Goethe in seinem Faust berührt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Faust

Der Tragödie Erster Teil

Bühnenbilder und Figuren: Dirk Pattberg

Inszenierung: Friedrich Raad

Bilaterale Souling-Musik: Martin Siems

Erdgeistfotos: Angelica Schubert

Vergrößern Sie die Fotos unten durch Linksklick und sehen sie als Hintergründe Dias aus der Vorstellung.

 

Mag ein Mensch auch eine hohe gesellschaftliche Position und Anerkennung erreicht haben, ohne Liebe und menschliche Nähe ist sein Leben Doch sinnlos und leer. Dies empfindet der frustrierte
Intellektuelle Faust - nachdem in auch der beschworene
Erdgeist zurückgestoßen hat - mit tiefer Verzweiflung. Rettet ihn die Erinnerung an seine gläubige Kindheit vor dem Freitod, so ergreift er mit kühlem Verstande die Gelegenheit, Die sich ihm durch den Pakt/ die Wette mit dem Teufel bietet. Mephisto will dem alle Lebenswerte verfluchenden Faust alle irdischen Wünsche erfüllen. Dafür soll Faust, den sein Seelenheil im "Drüben", im Jenseits nicht kümmert, ihm eben "drüben" dienen.

In der Hexenküche wird als dem alten Gelehrten ein stürmischer Jüngling. Faust verliebt sich in Gretchen, erlebt alle Wonnen und Qualen der romantischen Liebe, verführt sie, schwängert sie und läßt sie sitzen. Faust erweist sich als unreif und egozentrisch. Er will das als Gelehrter nicht gelebte Gefühlsleben nachholen und verstrickt sich in immer tiefere Schuld. Gretchens Mutter stirbt an einer Überdosis Schlaftropfen. Im Duell tötet Faust mit Mephistos Hilfe Gretchens Bruder Valentin. Er flieht vor Blutbann und Liebesenttäuschung und wird von Mephisto in abgeschmackten "Walpurgis-Zerstreuungen" abgelenkt.

Als Faust schließlich zurückkommt, findet er Gretchen in tiefstem Elend: Gesellschaftlich geächtet hat sie ihr gemeinsames Kind nach dessen Geburt ertränkt und wartet nun im Kerker auf ihre Hinrichtung. Fausts Liebe zu Gretchen flammt wieder auf und er will sie befreien. Doch Gretchen will kein mit Hilfe des Teufels gerettetes, aber in Schuld verstricktes Leben und übergibt sich dem Gericht Gottes.

Faust

 

Alle Rollen mit Headset "live" gesprochen

Besetzung1: Faust & Marthe: Friedrich Raad, Mephisto & Gretchen: Dirk Pattberg

Besetung2: ebenfalls 2 Spieler, alle Rollen von Friedrich Raad gesprochen

 

 

 

 

 

 

 

 


Die Inszenierung des Theaters der
Dämmerung unterstützt den
Zuschauer seine eigenen
Assoziationen zu entwickeln
und setzt doch
markante Akzente:
Neben dem die
Inszenierung
dominierenden klassischen
Schattenspiel mit
spätmittelalterlichen Figuren und

Bühnenbildern: Innenbilder in
Schwarz-Weiß, Landschaften in
Farbe, werden einige komödiantische
Szenen auch vor der Leinwand
gespielt.
Erdgeist, Hexenküche und
Walpurgisnacht heben wir
mit Diaüberblendungen in

unser 21. Jahrhundert.
Mit Hexenküche assoziieren
wir beispielsweise die
Schönheitschirurgie mit ihren
"Anti-Aging"-Absurditäten...

 

 

 


Die Aufführung kann vor
maximal 300 Zuschauern
gespielt werden
und richtet sich
an ein
erwachsenes
und auch junges
Theaterpublikum
ab 14 Jahren.

Der Aufführungsort muß nicht
ganz dunkel sein.
Ab der Dämmerung sind
Vorstellungen im Freien
möglich.

Unsere Bühne:
4m breit
3m tief
2m20 hoch

 

Erstaunlich modern in unserem Computerzeitalter ist das Theaterstück Faust, von Johann Wolfgang Goethe vor
über 200 Jahren gedichtet und niedergeschrieben. Die Frustration und innere Leere des Intellektuellen Faust, der sieht, daß wir
nichts wissen können,
daß alles angelesene Wissen uns nicht lebendiger macht, sondern verkrustet und
von der
Lebensfreude trennt, ist heute genauso aktuell wie vor 200 Jahren.Nur daß wir heute nicht mehr so viel in Büchern
aus Pergament oder Papier lesen, sondern über Google&Co unsere Informationen
beziehen. So war es für uns naheliegend die Magie des Computers, des
Bildschirms, der virtuellen Realität in unserer Inszenierung herauszumeiseln.

Und der Teufel steckt ja bekanntermaßen im Detail. Gewiß ist es sinnvoll
die Neuen (ach, gar nicht mehr so neuen) Medien Television und Computer gezielt
zu nutzen- wer aber täglich viele Stunden in der Virtualität lebt, in Ihr versinkt, von
ihr aufgesogen wird- und immer weniger in der "oft ach so anstrengenden" Realität
verbringt, den hat der Teufel fest im Griff.

Und da sind wir im Kern unserer Faust-Inszenierung.
Was ist gut, was ist böse? Heute, in der ersten Dekade des 21.Jahrhunderts? Was ist
das teuflische, was will uns wozu verführen? Ein bequemes Leben mit vorgekauten
Gefühlen aus zweiter Hand zu führen? Sich berieseln zu lassen mit Filmchen und
Musik? Gefühle, Leidenschaft und Erotik bequem am Bildschirm zu erleben?

Unsere Faust-Aufführung ist 100% analog: Die Bühnenbilder sind entweder mit
Glasmalfarbe auf Plastikfolie gemalt oder mit schwarzen und grauen Folien
geklebt. Die Figuren sind aus laminiertem Karton. Und das ganze wird mit
2 Scheinwerfern beleuchtet, so daß der Zuschauer die leuchtenden Theaterszenen
1 zu 1 sieht. Analoge Projektion mit einem hochwertigen Diaprojektor mit zwei
Objektiven, der raffinierte Diaüberblendungen ermöglicht, setzten wir bei der
Beschwörung des Erdgeistes, der Hexenküche und der Walpurgisnacht ein. So
zeigen wir in der Hexenküche, die Faust ja 30 Jahre verjüngt, "Anti-Aging"-Absurditäten
der Schönheitschirurgie. Und in der Walpurgisnacht jetsettet Faust mit Mephisto
von Helikopterskiing zu Tiefseetauchen, wird Formel1-Fahrer und Weltraumtourist.

Das ganze kann und sollte durchaus mit einem schmunzelnden Auge betrachtet
werden. Faust ist für uns kein Heiliger und wir zollen ihm dadurch Respekt, daß
wir ihn von seinem Sockel herunterholen, auf den ihn Generationen von
Deutschlehrern gestellt haben (bitte nicht böse sein) und ihn als ganz normalen
Menschen betrachten. Ein faustischer Mensch, ja, aber da gibt es viele: die ihren
eigenen Weg suchen und gehen, welche die Moden der Zeit durchschauen und sich
von ihnen bewußt abgrenzen, die straucheln, die egoistisch und zynisch geworden
sind und anderen Menschen Unglück gebracht haben, welche die Dinge hinterfragen
und sich kein X für ein O mehr vormachen lassen, die sich weder vor Hölle noch
Teufel fürchten. Die also auch ihre dunklen Seiten, ihre Schattenseiten, die
irrationalen Anteile ihrer Persönlichkeit annehmen, denn zwei Seelen wohnen ach
in meiner Brust... , wohnen ach in j e d e r Brust. Die aber bei alledem bestrebt
sind, wahrhaftig und mit dem Herzen verbunden zu bleiben. Welch Paradox, welch
Widersprüchlichkeit, was für eine Spannung, was für eine Herausforderung!

Neben dem Schattenspiel und der Diaprojektion gibt es in unserer Aufführung noch eine
dritte Ebene: die oft komödiantischen Dialoge zwischen Faust und Mephisto werden vor
dem Schattentheater als klassisches Schauspiel gespielt.