Die Aufführung kann vor
maximal 300 Zuschauern
gespielt werden
und richtet sich
an ein
erwachsenes
und auch junges
Theaterpublikum
ab 14 Jahren.
Der
Aufführungsort muß nicht
ganz dunkel sein.
Ab der Dämmerung sind
Vorstellungen im Freien
möglich.
Unsere
Bühne:
4m breit
3m tief
2m20 hoch
Erstaunlich
modern
in unserem Computerzeitalter ist das Theaterstück Faust,
von Johann Wolfgang Goethe vor
über 200 Jahren gedichtet und niedergeschrieben.
Die Frustration und innere Leere des Intellektuellen Faust, der sieht,
daß wir
nichts wissen können,
daß alles angelesene Wissen uns nicht lebendiger macht,
sondern verkrustet und von
der
Lebensfreude trennt, ist heute genauso
aktuell wie vor 200 Jahren.Nur daß wir heute nicht mehr so viel
in Büchern
aus Pergament oder Papier lesen, sondern über Google&Co unsere
Informationen
beziehen. So war es für uns naheliegend die Magie des Computers,
des
Bildschirms, der virtuellen Realität in unserer Inszenierung herauszumeiseln.
Und
der Teufel steckt ja bekanntermaßen im Detail. Gewiß ist
es sinnvoll
die Neuen (ach, gar nicht mehr so neuen) Medien Television und Computer
gezielt
zu nutzen- wer aber täglich viele Stunden in der Virtualität
lebt, in Ihr versinkt, von
ihr aufgesogen wird- und immer weniger in der "oft ach so anstrengenden"
Realität
verbringt, den hat der Teufel fest im Griff.
Und da sind wir im Kern unserer Faust-Inszenierung.
Was ist gut, was ist böse? Heute, in der ersten Dekade des 21.Jahrhunderts?
Was ist
das teuflische, was will uns wozu verführen? Ein bequemes Leben
mit vorgekauten
Gefühlen aus zweiter Hand zu führen? Sich berieseln zu lassen
mit Filmchen und
Musik? Gefühle, Leidenschaft und Erotik bequem am Bildschirm zu
erleben?
Unsere
Faust-Aufführung ist 100% analog: Die Bühnenbilder sind entweder
mit
Glasmalfarbe auf Plastikfolie gemalt oder mit schwarzen und grauen Folien
geklebt. Die Figuren sind aus laminiertem Karton. Und das ganze wird
mit
2 Scheinwerfern beleuchtet, so daß der Zuschauer die leuchtenden
Theaterszenen
1 zu 1 sieht. Analoge Projektion mit einem hochwertigen Diaprojektor
mit zwei
Objektiven, der raffinierte Diaüberblendungen ermöglicht,
setzten wir bei der
Beschwörung des Erdgeistes, der Hexenküche und der Walpurgisnacht
ein. So
zeigen wir in der Hexenküche, die
Faust ja 30 Jahre verjüngt, "Anti-Aging"-Absurditäten
der Schönheitschirurgie. Und in der Walpurgisnacht jetsettet Faust
mit Mephisto
von Helikopterskiing zu Tiefseetauchen, wird Formel1-Fahrer und Weltraumtourist.
Das
ganze kann und sollte durchaus mit einem schmunzelnden Auge betrachtet
werden. Faust ist für uns kein Heiliger und wir zollen ihm dadurch
Respekt, daß
wir ihn von seinem Sockel herunterholen, auf den ihn Generationen von
Deutschlehrern gestellt haben (bitte nicht böse
sein) und ihn als ganz normalen
Menschen betrachten. Ein faustischer Mensch, ja,
aber da gibt es viele: die ihren
eigenen Weg suchen und gehen, welche die
Moden der Zeit durchschauen und sich
von ihnen bewußt abgrenzen, die straucheln,
die egoistisch und zynisch geworden
sind und anderen Menschen Unglück gebracht haben, welche die Dinge
hinterfragen
und sich kein X für ein O mehr vormachen lassen, die sich weder
vor Hölle noch
Teufel fürchten. Die also auch ihre dunklen Seiten, ihre Schattenseiten,
die
irrationalen Anteile ihrer Persönlichkeit annehmen, denn zwei Seelen
wohnen ach
in meiner Brust... , wohnen ach in j e d e r Brust. Die aber bei alledem
bestrebt
sind, wahrhaftig und mit dem Herzen verbunden zu bleiben. Welch Paradox,
welch
Widersprüchlichkeit, was für eine Spannung, was für eine
Herausforderung!
Neben
dem Schattenspiel und der Diaprojektion gibt es in unserer Aufführung
noch eine
dritte Ebene: die oft komödiantischen Dialoge zwischen Faust und
Mephisto werden vor
dem Schattentheater als klassisches Schauspiel gespielt.